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„Verfolgt, verfemt, entartet"

Die Eröffnung der Ausstellung „Entartete Kunst" in München liegt nun über 70 Jahre zurück. Ab dem 19. Juli 1937 wurde hier die Kunst gezeigt, die in den Augen der Nationalsozialisten unwert war, weiterhin zu existieren oder ausgestellt zu werden. Die Ausstellung war mit dem Hinweis Für Jugendliche verboten gekennzeichnet, was die abschreckende Wirkung des Gezeigten noch verstärken sollte. 1937 waren bereits 4 Jahre Nationalsozialistischer Herrschaft vergangen, warum kam dieses überdeutliche Signal für Künstler und Kulturschaffende nicht bereits 1933, zu Beginn des Regimes?

Alle hier ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung im Willy-Brandt-Haus. Oppositionelle Kunst ist ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb dieser Sammlung. Besonders für die Jahre bis 1945 verfügen wir über einen repräsentativen Querschnitt der politischen und sozialkritischen Avantgarde.

Mirja Linnekugel, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus
Stresemannstraß 28, 10963 Berlin
Tel: 030 / 25 993 787, Fax: 030/ 25 993 788
E-Mail:
mail@freundeskreis-wbh.de; Internet: www.freundeskreis-wbh.de

 

„Kulturpolitik im dritten Reich"

Seit der Machtübernahme Adolf Hitlers im Jahr 1933 betrieben die Nationalsozialisten eine Kunst- und Kulturpolitik, die sämtliche Bereiche künstlerischer Produktion ihrer Kontrolle unterwarfen. Die Künstler aller Kunstzweige wurden in vom NS-Staat kontrollierte Kammern gezwungen, von deren Mitgliedschaft die weitere Tätigkeit abhängig war. Wer aus politischen, rassischen, kunstpolitischen Gründen nicht in eine Kammer aufgenommen wurde, erhielt Malverbote, Aufführungsverbote, Ausstellungsverbote, Publikationsverbote, verlor seine berufliche Position. Diese umfassende Säuberung der deutschen Kunst begann unmittelbar nach der Machtübernahme und setzte sich in den folgenden Monaten mit hoher Intensität fort. Ein erster dramatischer Höhepunkt war am 10. Mai 1933 die Bücherverbrennung in vielen Städten des Deutschen Reiches, die mit einer Säuberung der Bibliotheken von politisch unerwünschter Literatur begleitet wurde. Nach der Literatur wurden dann schnell Theater, Film, Musik und die Bildende Kunst von den Säuberungen erfasst. Auch die Kunstkritik hatte sich der NS-Doktrin anzupassen.

Bereits in den Jahren der Weimarer Republik hatte sich das politische Klima in Deutschland langsam verschärft, die Polarisierung der Gesellschaft wurde dabei von der Wirtschaftskrise und den steigenden Arbeitslosenzahlen begünstigt. In dieser angespannten Atmosphäre, die von jedem eine klare (politische) Positionierung erwartete, kam es schon Anfang der 1930er-Jahre zu Femeaktionen, wie etwa der Zerstörung eines Wandgemäldes von Oskar Schlemmer in Weimar 1930 oder dem so genannten Bildersturm in Thüringen des gleichen Jahres, die eine unmittelbare Auswirkung auf Literaten, Künstler und Musiker der Zeit hatten und sie verdeutlichen den Druck auf die Freiheit der Künste und die Meinungsfreiheit.

1933 setzte sich die NSDAP endgültig durch und begann eine systematische Stigmatisierung und Verfolgung oppositioneller Kunst und Kultur. Für die Literatur sendeten die Bücherverbrennungen in zahlreichen deutschen Städten ein klares Signal. Für die bildenden Künste blieb die Situation vorerst widersprüchlich.

„Expressionismusstreit und Kulturbolschewismus"

Bereits 1933 verließen Künstler wie John Heartfield oder Wassily Kandinsky Deutschland und gingen ins Exil. Andere, wie Otto Dix, Ernst Barlach oder Oskar Schlemmer zogen sich in die innere Emigration zurück und hofften, abseits des gesellschaftlichen Lebens, im Verborgenen weiter arbeiten zu können, denn noch fehlten eindeutige Kriterien für das, was unter Staatskunst und was unter Entartete Kunst zu verstehen sein sollte. Innerhalb der NSDAP herrschte Uneinigkeit über den offiziellen Kurs in der Kunstpolitik. Der Propagandaminister Joseph Goebbels, der seit September 1933 auch Präsident der neu gegründeten Reichskulturkammer war, erkannte den Stellenwert des Expressionismus als Prestigeträger für Deutschland. Mit dieser Kunst fand Deutschland international Anerkennung und dies hätte auch auf politischer Ebene positiv genutzt werden können. Goebbels versuchte deshalb in den Jahren bis 1937 den Expressionismus als nordische Kunst zu deuten, die revolutionäre, fortschrittliche Kraft hervorzuheben und für den Nationalsozialismus nutzbar zu machen. Sein Gegenspieler im Expressionismusstreit war der NS-Ideologe Alfred Rosenberg, ein entschiedener Gegner der Moderne und parteiintern auf Konfrontationskurs zu Joseph Goebbels. Rosenberg hatte den Begriff des Kulturbolschewismus geprägt und innerhalb der NSDAP schon in den 1920er-Jahren mit ideologischen Schriften zur Kunst und mit antisemitischer Propaganda auf sich aufmerksam gemacht.
Sofern man also nicht Jude nach der Definition der Nationalsozialisten war und deshalb in ihrem System von Beginn an keine Gnade fand, konnte man aufgrund dieser parteiinternen Auseinandersetzungen als Künstler in den ersten 4 Jahren der Nazi-Herrschaft noch einen Funken Hoffnung haben, dass eine gewisse Freiheit der Kunst erhalten bleiben würde. Die Künstler wurden in diesen ersten Jahren aufgefordert, ihre Arbeit der Deutschen Sache zu widmen und sich auf die Seite der Nationalsozialisten zu stellen. Manche Künstler traten in dieser Zeit tatsächlich in die NSDAP ein oder versuchten dies; selten aus Überzeugung, meist aus Selbstschutz und in der Hoffnung, so einer Entlassung aus der Kunstakademie oder dem Berufsverbot zu entgehen. Allerdings zeigte sich in fast allen Fällen, dass die Anpassung an das Regime keinen wirksamen Schutz vor Verfolgung und Diffamierung bot.

„Die neue deutsche Kunst"

So widersprüchlich die Kunst- und Kulturpolitik der Nationalsozialisten in den ersten Jahren auch war, spätestens mit dem Jahr 1936/37 kam die Wende. Unmittelbar nach dem Ende der Olympischen Spiele in Deutschland verschärfte sich der politische Ton. In der Außenpolitik wurden nun keine Kompromisse mehr gemacht und das Ansehen Deutschlands in der Welt schien nicht länger wichtig zu sein. In der Kunst- und Kulturpolitik setzten sich die völkisch-konservativen Ansichten von Rosenberg durch und auch Goebbels unterstützte nun vehement diesen neuen Kurs, wodurch es zu einer endgültigen Festlegung auf deutsche und undeutsche Kunst kam. Adolf Hitler, dem die ungegenständliche, moderne Kunst von jeher zuwider war und der einen naturalistischen Stil bevorzugte, hatte in seinen kulturpolitischen Reden der Jahre 1933 bis 1935 immer wieder seine Hoffnung betont, dass sich die Ideen des Nationalsozialismus und seine Politik in einer neuen deutschen Kunst zeigen werden, die aus eigener Kraft die modernen Stile verdrängen kann, da sie diesen überlegen sei. Dies bestätigte sich nicht und deshalb wurde ein Ausweg aus den anhaltenden Diskussionen über den Zustand der deutschen Kunst gesucht. Aus dieser Wende in der nationalsozialistischen Kulturpolitik resultierte die Verfolgung, Vertreibung und schlimmstenfalls Ermordung zahlloser Künstlerinnen und Künstler in Deutschland und Europa und eine beispiellose Diffamierung und Vernichtung künstlerischer Werke, die am 19. Juli 1937 mit der Eröffnung der Ausstellung Entartete Kunst ein deutliches Signal fand. Die Wanderausstellung Entartete Kunst gilt als Ende der Auseinandersetzungen über die nationalsozialistische Staatskunst und das, was nicht unter dieses Konzept fiel.

„Entartete Kunst Die Aktion"

Der Aktion Entartete Kunst, zu der die gleichnamige Wanderausstellung gehörte, fielen nach heutigem Forschungsstand schätzungsweise 20.000 Kunstwerke aus über 100 Museen und Sammlungen zum Opfer. Der überwiegende Teil wurde nach Beschlagnahme und Enteignung nachweislich vernichtet oder gilt seitdem als verschollen. Nur die allerwenigsten dieser Werke haben heute wieder einen Platz in öffentlichen Sammlungen und Museen. Gemeinsam mit ihren Werken wurden auch die Künstlerinnen und Künstler verfolgt, vertrieben und vernichtet. Die ehemals gefeierte Avantgarde verließ Deutschland ins Exil, versuchte im Untergrund zu überleben oder beendete die Künstlerkarriere und flüchtete sich in tarnende Berufe. Jüdische oder politisch aktive Künstlerinnen und Künstler waren besonders bedroht und gefährdet, viele von ihnen wurden inhaftiert, in Konzentrationslager deportiert oder hingerichtet, oder in den Selbstmord getrieben.

Die Aktion Entartete Kunst wurde auch während der Kriegsjahre fortgesetzt, in den besetzten Gebieten ging der Kampf gegen die Moderne weiter. Mit Fortschreiten und Dauer des Krieges stand der wirtschaftliche Faktor dieser Aktion immer stärker im Vordergrund, denn der Verkauf der verhassten Kunst ließ einen beträchtlichen Gewinn erwarten. Vernichtet wurden dann nur noch solche Kunstwerke, mit denen man kurzfristig auf dem Kunstmarkt keinen ausreichenden Ertrag erzielen konnte.
Für die betroffenen Künstlerinnen und Künstler waren die Folgen der Aktion Entartete Kunst katastrophal. Einmal als Entartet diffamiert, war das künstlerische Schaffen unmöglich geworden und das Leben in höchster Gefahr. Die Einzelbiografien zeigen, wie breit das Spektrum der konkreten Gefährdung war und welche Fluchtstrategien sich daraus entwickelten.

„Das Schicksal jüdischer Künstler"

Von Beginn an besonders gefährdet waren die jüdischen Künstler. Der Antisemitismus des Nationalsozialismus war offenkundig und auch die Diffamierung und Vertreibung jüdischer Mitbürger und Mitbürgerinnen fand vor den Augen der Öffentlichkeit statt. Ein herausragendes Beispiel in der Sammlung im Willy-Brandt-Haus für das Schicksal jüdischer Künstler ist Otto Freundlich. 1878 in Pommern geboren, lebte er seit 1925 hauptsächlich in Frankreich, war Deutschland aber als Heimatland und durch zahllose Freundschaften eng verbunden. Mit der Machtübernahme 1933 rückten sein Werk und seine Person schlagartig in den Fokus der Verfolgung. Er war als Jude, als Sozialist und als abstrakter Künstler gleich dreifach belastet. Seine Kontakte in die alte Heimat wurden erschwert bis unmöglich gemacht, aus der Wahlheimat Frankreich wurde das Exil. Seine Werke wurden schließlich in der Ausstellung Entartete Kunst diffamiert - die Skulptur Der neue Mensch erschien auf dem Titel des Ausstellungsführers - viele Arbeiten wurden zerstört und mit Kriegsbeginn wurde Otto Freundlich in Frankreich interniert. Sein Schicksal endete nach Jahren der Flucht und Angst 1943 mit der Deportation in ein Konzentrationslager, wo er ermordet wurde. Vor dem Hintergrund dieser Geschichte erscheint es fast wie ein Wunder, dass Kunstwerke von Otto Freundlich die Zeit überdauert haben und eine bleibende, mahnende Erinnerung sind.

„Die politische Linke"

Neben den Juden war die Politische Linke in Deutschland und später auch in ganz Europa Ziel des nationalsozialistischen Terrors. Parteien und Gewerkschaften wurden verboten bzw. aufgelöst, Parteieigentum beschlagnahmt und verwüstet, Sozialdemokraten und Kommunisten wurden in Razzien verhaftet, verschleppt und misshandelt, wenn sie die Verhöre überlebten, dann waren sie für den Rest ihres Lebens körperlich und seelisch gezeichnet. Viele flüchteten und versuchten vom Ausland aus den Widerstand in Deutschland zu organisieren. Politische Aktivisten die in Deutschland blieben, mussten im Verborgenen arbeiten und lebten stets mit der Gefahr der Denunzierung, die schlimmste Folgen hatte. Auch unter den Künstlern der Zeit gibt es viele Beispiele für politisch motivierte Verfolgung, wie zum Beispiel bei Fritz Schulze.
Fritz Schulze war Mitglied der Dresdner Sektion der ASSO (Assoziation Revolutionärer Künstler Deutschlands) und der KPD. Er beteiligte sich an zahlreichen Aktionen und war bekannt für seine öffentlichkeitswirksamen und teils spektakulären Auftritte. Nach der Machtübernahme belagerte die SA sein Atelier und er flüchtete mit seiner Frau, die ebenfalls politisch aktiv war, nach Leipzig. Trotz Ausstellungsverbot, Schutzhaft und ständiger Lebensgefahr blieb Fritz Schulze im politischen Kampf aktiv und es gelang ihm mehrfach, gefährdeten politischen Freunden zur Flucht zu verhelfen. Nur sein eigenes Schicksal nahm keine gute Wendung. 1941 wurde er als Widerstandskämpfer erkannt, verhaftet, verurteilt und am 5. Juni 1942 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die überlieferten Bilder geben eindrucksvoll Zeugnis von der trotz alledem ungebändigten Kraft dieses politisch engagierten Künstlers.

„Wertvoll und unwert"

Das Weltbild der Nationalsozialisten konstruierte sich vorrangig aus dem Vergleich und der Abgrenzung. Nach festgelegten Merkmalen wurde alles und jeder in Kategorien eingeteilt und so über Arier oder Nichtarier, wertvoll oder unwert entschieden. Angst und Hysterie gegen alles Fremde und vermeintlich Kranke wurde systematisch geschürt. Die Kategorien und Merkmale beruhten auf pseudowissenschaftlichen Gutachten von NS-Ärzten und selbsternannten Experten. Da jede Abweichung von der festgelegten Norm als Gefahr für die Volksgemeinschaft dargestellt wurde, galt den Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen sowie den psychisch Kranken im NS-System besondere Verachtung. Der Verdacht des Schwachsinns war ein probates Mittel, um eine Reihe von Zwangsmaßnahmen zu rechtfertigen, und es wurde als Stigma auch in der Aktion Entartete Kunst eingesetzt, um ganze Künstlergruppen oder Stilrichtungen zu diffamieren. Ein erschütterndes Beispiel für diese Art der Verfolgung im NS-Staat ist das Schicksal der Künstlerin Elfriede Lohse-Wächtler. Schon in frühester Kindheit zeigte sich das Talent Lohse-Wächtlers, so dass sie bereits mit 16 Jahren ein Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule begann. Eine 1921 geschlossene Ehe mit dem Maler Kurt Lohse führte immer wieder zu schweren Krisen und endete 1929. Elfriede Lohse-Wächtler ging geschwächt und zerrüttet aus dieser Zeit heraus, sie war praktisch mittellos, ohne künstlerische Anerkennung und erlitt einen Nervenzusammenbruch. Es begann eine Leidensgeschichte durch verschiedene Heilanstalten, diese Zeit zählt jedoch in der Rückschau künstlerisch zu ihren produktivsten und besten Jahren. Fatale Folgen hatte jedoch die zweifelhafte ärztliche Diagnose aus dem Jahr 1933, die der Künstlerin Schizophrenie attestierte. Auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses wurde die Künstlerin entmündigt und zwangssterilisiert, was bei ihr ein unheilbares Trauma hinterließ. Künstlerisch erholte sie sich nie mehr von diesem Schock, sie stellte ihre Arbeit fast vollständig ein, lediglich Glückwunschkarten und Exlibris sind seitdem von ihr überliefert. Das Schicksal nahm seinen erbarmungslosen Lauf und alle hilflosen Versuche der Eltern, die Tochter wieder nach Hause und damit in Sicherheit zu bringen, scheiterten. Elfriede Lohse-Wächtler wurde wahrscheinlich am 31. Juli 1940 im Rahmen der Euthanasie-Aktion T 4 in den Räumen des Kellergeschosses der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein vergast und eingeäschert.

„Die vergessene Generation"

Otto Freundlich, Fritz Schulze und Elfriede Lohse-Wächtler - diese drei Namen stehen exemplarisch für ungezählte Künstlerinnen und Künstler, die die Jahre der NS-Herrschaft nicht überlebten. Sie stehen auch für eine Generation, deren künstlerische Produktion durch die Politik der Nationalsozialisten ausgelöscht wurde oder endete. Die meist um 1900 geborenen Künstlerinnen und Künstler standen mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erst am Anfang ihrer Karriere, die wenigsten waren bereits etabliert und durch die veränderte politische Situation blieb ihnen weitere künstlerische Anerkennung versagt. Diese Vergessene oder auch Verschollene Generation wird in der Kunstgeschichte erst seit den 1980er-Jahren intensiver erforscht. Der Nationalsozialismus ließ diese Künstler verstummen, der Krieg zerstörte ihre Werke und die Nachkriegszeit fand keinen neuen Zugang zu ihnen. So währte ihre künstlerische Laufbahn meist nur kurz und es blieb wenig oder nichts zurück. Zu dieser Legion der Vergessenen gehören beispielsweise Grete Schick, Fritz Stuckenberg, Gerta Overbeck-Schenk, Werner Hofmann und Curt Querner. Der lange Arm der nationalsozialistischen Kulturpolitik reichte bis weit in die Nachkriegszeit. Die deutsche Teilung brachte zwei unterschiedliche politische Systeme, was sich für die Künstler auch in der unterschiedlichen Entwicklung der Kunststile zeigte. War im Westen jeglicher Realismus in der Bildsprache als Ausdruck einer konservativen Antimoderne oder sogar einer Blut-und-Boden-Kunst verdächtig, so galt im Osten die Abstraktion als Ausdruck des dekadenten Kapitalismus, als bürgerlicher Formalismus. So hatten auch nach dem Krieg viele Künstler dieser Generation in Ost und West Schwierigkeiten, zu einer freien Entfaltung ihres Ausdrucks zu finden. Unsere Ausstellung will auch an das Schicksal dieser Generation der Vergessenen erinnern.

„Sammlung im Willy-Brandt-Haus"

Alle hier ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung im Willy-Brandt-Haus. Oppositionelle Kunst ist ein wichtiger Schwerpunkt innerhalb dieser Sammlung. Besonders für die Jahre bis 1945 verfügen wir über einen repräsentativen Querschnitt der politischen und sozialkritischen Avantgarde.

Die Eigentümerin SPD teilt mit vielen Künstlerinnen und Künstlern das politische Engagement, trotz damals bestehender Unterschiede gab es einen identischen sozialkritischen Impuls. Nach 1933 teilt sie mit allen Verfolgten das Schicksal der Verfolgung durch den nationalsozialistischen Staat. Beim Aufbau der Sammlung im Willy-Brandt-Haus war die Erinnerung an dieses gemeinsame Schicksal für uns eine zentrale Orientierung.

Mirja Linnekugel, Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.

Entartete Kunst

Ausgestellte Kunstwerke aus der Sammlung im Willy-Brandt-Haus

Max Beckmann Die Ideologen 1919 - Lithografie auf Simili-Japan Papier Otto Dix Hunger 1924 - Originallithographie Nebel am Abend 1922 - Aquarell und Gouache über Tinte und Graphit auf leichtem Karton Conrad Felixmüller Der Revolutionär 1919 -...
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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24