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Joachim Ringelnatz

7.8.1883 (Wurzen) - 17.11.1934 (Berlin)
Schriftsteller, Maler, Kabarettist

Ringelnatz, der noch unter seinem bürgerlichen Namen Hans Bötticher im Ersten Weltkrieg zur Marine eingezogen worden war, hatte sich mit den frechen Versen der Turngedichte, den Gedichten um den Seemann Kuttel Daddeldu und seinen anarchischen Kinderbüchern viele Feinde in deutsch-nationalen und völkischen Kreisen gemacht. Seit den frühen 20er Jahren zählte er zu den bekanntesten Bühnenkünstlern seiner Zeit; beständig war er im gesamten deutschsprachigen Raum auf Tourneen unterwegs, um seine Gedichte auf den Bühnen der Kabaretts und Theater vorzutragen. Auch als Maler machte er Karriere. 1937 wurden seine Werke dann als „entartete Kunst" aus den Museen entfernt.

Den Hass der Nazis hatte er sich besonders mit der Autobiographie Als Mariner im Krieg aus dem Jahre 1928 zugezogen, die - wie Remarques Im Westen nichts Neues - als „literarischer Verrat am Soldaten des Weltkrieges" galt.

Als Ringelnatz' Bücher und Auftritte 1933 verboten wurden, verarmte er buchstäblich über Nacht, da er in den Jahren zuvor keine Rücklagen hatte bilden können. Er erkrankte an Tuberkulose, konnte sich aber die teure ärztliche Behandlung nicht leisten. Sein Freundeskreis sammelte Geld für ihn und ließ sogar in Tageszeitungen Spendenaufrufe drucken - doch alle Hilfe kam zu spät. Nach seinem Tode schrieb seine Frau, die Nazis hätten Ringelnatz „auf kaltem Wege umgebracht."

In Museen, Archiven und Privatbesitz sind Hunderte von Briefen erhalten, die seine Witwe Leonharda (genannt Muschelkalk) in den Jahren zwischen 1933 und 1945 schrieb. Auf den erhaltenen Umschlägen findet sich nicht ein einziges Exemplar der damals mit Abstand am weitesten verbreiteten Briefmarke - nämlich derjenigen mit dem Konterfei Adolf Hitlers.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24