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Bertha von Suttner

(Pseudonyme: B. Oulot, Jemand)
9.6. 1843 (Prag) - 21.6.1914 (Wien)
Schriftstellerin

Bertha von Suttner entstammte dem böhmischen Adelsgeschlecht der Kinsky von Wchinitz und Tettau und wuchs im aristokratisch-militärischen Milieu der K.u.K.-Monarchie auf.

Sie genoss eine hervorragende Bildung, lernte mehrere Sprachen, interessierte sich für Musik und reiste viel.

Nachdem ihre spielsüchtige Mutter das Familienvermögen durchgebracht hatte, nahm sie 1873 eine Stelle als Gouvernante und Hauslehrerin für die vier Kinder des Industriellen Freiherr Karl von Suttner an. Sie begann ein Liebesverhältnis mit dem sieben Jahre jüngeren Sohn Arthur Gundaccar, woraufhin ihr die Mutter Arthurs, um die Liaison zu beenden, eine Stelle bei Alfred Nobel in Paris vermittelte. 1876 heirateten sie trotzdem heimlich; Arthur wurde enterbt. Das Ehepaar zog nach Georgien und lebte hauptsächlich vom Schreiben von Unterhaltungsromanen.

1877 begann Bertha unter Pseudonymen Reportagen, Essays und Kurzgeschichten zu schreiben und hatte großen Erfolg. Gleichzeitig wurde ihr Mann mit Kriegs- und Reiseberichten berühmt. 1885 gingen sie nach Wien zurück, versöhnten sich mit der Familie und nahmen wieder ein standesgemäßes Leben im Schloss Harmannsdorf in Niederösterreich auf.

Soziale Missstände und die Friedensbewegung waren die Themen der überzeugten Pazifistin; so veröffentlichte sie u.a. 1889 den Roman Die Waffen nieder!, der große Aufmerksamkeit erregte. Das Buch wurde mit 37 Auflagen ihr größter Erfolg und in 12 Sprachen übersetzt. Sie engagierte sich in verschiedenen Organisationen der Friedensbewegung. 1891 wurde sie zur Präsidentin der von ihr gegründeten Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde und zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt. 1899 war sie an den Vorbereitungen zur Ersten Haager Friedenskonferenz in Den Haag beteiligt. Sie war Anhängerin der Darwinistischen Evolutionstheorie und glaubte an einen politischen Fortschritt. 1904 nahm sie an der Internationalen Frauenkonferenz in Berlin teil; überhaupt kam sie weit herum, um ihre Ziele zu vertreten. Ihre siebenmonatige Reise durch die USA geriet zum Triumphzug.

1905 erhielt sie als erste Frau den von ihr selbst angeregten Friedensnobelpreis.

Bis zu ihrem Tod einen Monat vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kämpfte sie unermüdlich für ihre Ideale und warnte vergeblich vor der Gefahr eines internationalen Vernichtungskriegs.

Sie galt als berühmteste Frau ihrer Zeit. Ihre pazifistischen Schriften konnten die Nazis nicht dulden. Die Waffen nieder! gehörte zu den ersten Büchern, die im Feuer vernichtet wurden.

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Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24