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Kurt Pinthus

29.4.1886 (Erfurt) - 11.7.1975 (Marbach a. N.)
Schriftsteller, Theaterwissenschaftler, Kritiker

Kurt Pinthus, der aus einer assimilierten jüdischen Familie kam, schloss sein Studium der Literaturgeschichte, Philosophie und Geschichte an den Universitäten in Freiburg, Berlin, Genf und Leipzig mit der Promotion ab. Er gehört zu den wichtigsten Wegbereitern des Expressionismus und stand mit fast allen wichtigen Autoren seiner Zeit im engsten Kontakt. Als literarischer Berater des Rowohlt-Verlages verhalf er vielen von ihnen zu ihren ersten Veröffentlichungen.

1915 wurde er zum Militärdienst eingezogen und war 1918 Sprecher des revolutionären Obersten Soldatenrats in Magdeburg.

1919 zog er nach Berlin und gab die Lyrikanthologie Menschheitsdämmerung heraus, die einen repräsentativen Querschnitt des literarischen Expressionismus darstellt und bis heute ein Standardwerk ist.

Anfang der 20er war er Dramaturg bei Max Reinhardt, dann Kritiker beim Rundfunk und für verschiedene Zeitungen.

1933 floh er nach New York, wo er als Dozent an der New School for Social Research arbeite, dann als wissenschaftlicher Berater in der Theatersammlung der renommierten Library of Congress in Washington D.C. 1947 -1961 unterrichtete er Theatergeschichte an der Columbia Universität in New York.

Seit 1957 unternahm er mehrere Reisen nach Europa und entschloss sich 1967 zu einer Rückkehr nach Deutschland, wo er für das Deutsche Literaturarchiv des Schiller-Nationalmuseums in Marbach am Neckar arbeitete.

Pinthus war Sammler, Vermittler und Retter: Als er in Amerika zu der Erkenntnis kommen musste, dass sein Aufenthalt sicher länger dauern würde, setzte er sein Leben aufs Spiel und kehrte nach Deutschland zurück. Während der fünf Monate, die er im Untergrund lebte, sammelte er so viele Bücher wie möglich und verschiffte sie in einer aberwitzigen Aktion in die USA. Erika und Klaus Mann bezeugen später seinen Ausruf: „Ihr müßt in die New School kommen und Euch meine Bibliothek anschauen. [...] Ihr seid alle vertreten, alle Eure Bücher sind da, und ich habe von allen die Erstausgaben. Ihr werdet Werke von euch wiederfinden, die Ihr selber schon ganz vergessen habt."

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24