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Erich Mühsam

6.4.1878 (Berlin) - 10.7.1934 (KZ Oranienburg)
Schriftsteller, Publizist und Anarchist

In Berlin geboren, wuchs er als Kind eines jüdischen Apothekers und Politikers in Lübeck auf. Mühsam ging aufs Gymnasium, musste es aber 1896 wegen sozialistischer Umtriebe verlassen. In Parchim holte er sein Abitur nach und machte dann eine Apothekerlehre.

1901 ging er nach Berlin und arbeite ein Jahr als Apotheker, wurde dann Redakteur der anarchistischen Zeitschrift Der arme Teufel, dann beim Weckruf. Er wurde der wichtigste literarische Vertreter des deutschen Anarchismus.

1904-1908 bereiste er gemeinsam mit seinem homosexuellen Freund, Johannes Nohl, die Schweiz, Österreich, Frankreich und Norditalien. Obwohl selbst nicht homosexuell, veröffentlichte er schon 1903 Die Homosexualität. Ein Beitrag zur Sittengeschichte unserer Zeit.

Zusammen mit Hanns Heinz Ewers verfasste er 1904 Kinderbücher wie Billys Erdengang. Eine Elefantengeschichte für artige Kinder und publiziert seinen ersten Gedichtband Die Wüste.

Angeregt durch die Freundschaft mit Karl Gräser versuchte er 1909 in München eine Herberge für die von der Gesellschaft Geächteten, für Landstreicher, Bettler, Huren und Verbrecher einzurichten. Außerdem gründete er verschiedene anarchistische Gruppen und war Mitarbeiter des Münchner Kabaretts, schrieb u.a. für den Simplicissimus und die Jugend. Er versuchte eine Verbindung von Anarchismus und Bohemekultur zu leben. Wegen Geheimbündelei wurde er verhaftet, aber wieder freigesprochen. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurde der überzeugte Kriegsgegner wegen verschiedener politischer Aktionen erneut für ein halbes Jahr inhaftiert. Nach dem Krieg führten seine Aktivitäten für die Münchener Räterepublik zu einer Verurteilung zu 15 Jahren Festungshaft. Nach 5 Jahren kam er 1924 durch Amnestie wieder frei. Er zog wieder nach Berlin, war weiter für die anarchistische und linke Szene aktiv. 1926 gab er sein Judentum auf.

Als einer der ersten und eindringlichsten Warner vor den Nazis wurde er gleich nach der Machtübernahme am 28. Februar 1933 verhaftet und zuletzt ins Konzentrationslager Oranienburg verschleppt. Hier starb er nach 15 Monaten der Misshandlungen in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli. Die infame Lüge in der nationalsozialistischen Presse lautete: „Der Jude Erich Mühsam hat sich in Schutzhaft erhängt". Die internationale Presse meldete den Tod Erich Mühsams als Mord.

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Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24