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Walter Mehring

29.4.1896 (Berlin) - 3.10.1981 (Zürich)
Schriftsteller, Satiriker

Der gebürtige Berliner war Sohn eines jüdischen Schriftstellers und Journalisten. Sein Studium der Kunstgeschichte absolvierte er in Berlin und München. Mit Publikationen in verschiedenen Zeitschriften wie Der Sturm oder der Weltbühne sowie durch seine Kontakte zur Dada-Bewegung wurde er bekannt.

Er gehörte zu den Gründern des politisch-literarischen Kabaretts in Berlin und reüssierte mit Theaterstücken, Chansons, Gedichten und anderen Texte für so berühmte Häuser wie Schall und Rauch, Café Größenwahn, Volksbühne und Wilde Bühne. Mit Witz und Verve schrieb und sprach er gegen den Militarismus, Pfaffentum, Spießbürgerlichkeit, Antisemitismus und Korruption.

In den 20ern lebte er als Korrespondenz in Paris und verfasste amüsante Polit-Thriller, z. B. 1927 Paris in Brand.

Früh und nachhaltig machte er sich bei den Rechten verhasst: Joseph Goebbels verfasste sogar einen Hetzartikel gegen ihn, der An den Galgen hieß.

1933 entkam er nur knapp seiner Verhaftung durch die SA. Er floh Paris, dann nach Wien. Hier wurde er 1939 interniert, konnte aber 1941 in die USA flüchten. Im Exil wurde er amerikanischer Staatsbürger. Bitterste Armut begleitete ihn bis ans Ende seiner Tage. Hätten Freunde ihn nicht unterstützt, wäre er buchstäblich verhungert. Unter schwersten Bedingungen schrieb er weiter. 1951 erschien das Erinnerungsbuch The Lost Library (Die verlorene Bibliothek. Autobiografie einer vergangenen Kultur).

1953 kehrte er zurück, doch seine Gedichte, Lieder, Balladen, Romane und Theaterstücke fielen im Nachkriegsdeutschland durch alle Raster. Dem Westen waren sie zu links, dem Osten zu linksbürgerlich. Kein Verlag interessierte sich mehr für ihn. In einem Interview sagte er 1973: „Ich bin kein vergessener, ich bin ein ungedruckter Autor". 1978-1983 erschien dann doch eine zehnbändige Gesamtausgabe.

Sein 1934 im Pariser Exil erschienener Band ... und euch zum Trotz gab dieser Ausstellung ihren Namen.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24