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Maria Leitner (ungarisch: Marie Lékai)

19.1.1892 in Varazdin (Ungarn) - vermutlich 1941 (Südfrankreich)
Deutschsprachige ungarische Journalistin und Schriftstellerin.

Maria Leitner kam aus einer deutschstämmigen Familie und wuchs zweisprachig in Budapest auf. Nach dem Besuch der höheren Mädchenschule hat sie vermutlich in der Schweiz studiert.

Zurück in Budapest, arbeitete sie erst für ein Boulevardblatt und wurde dann u.a. Auslandskorrespondentin in Stockholm für verschiedene ungarische Zeitungen.

Als überzeugte Kommunistin engagierte sie sich 1919 für die Räterepublik und musste nach deren Fall Ungarn für immer verlassen. Sie ging erst nach Wien, dann nach Berlin und arbeitete, da sie mehrere Sprachen einschließlich Sanskrit beherrschte, in einem Übersetzungsbüro. 1923 erschien ihre erste Übersetzung Tibetanische Märchen.

Im Auftrag des Ullstein-Verlags reiste sie dann als Reporterin durch die USA, um über die dortigen Arbeitsbedingungen zu berichten. Zusätzlich bereiste sie Südamerika und die Karibik. Ihr gelangen spektakuläre Reportagen. Um aus erlebter Erfahrung berichten zu können, nahm sie ca. 80 verschiedene Jobs an, u.a. als Dienstmädchen und Zigarrendreherin. Sie besuchte Zuchthäuser und Diamantenminen.

1929 kam sie zurück nach Deutschland und veröffentlichte ein Jahr darauf ihren Reportageroman Hotel Amerika, dessen sozialkritische Handlung so gar nicht dem romantisierenden Bild der Deutschen von Amerika entsprach. Trotzdem wurde er ein großer Erfolg. Ihre Sozialreportagen erschienen 1932 unter dem Titel Eine Frau reist durch die Welt. Im selben Jahr reiste sie durch Deutschland, um über die sich verändernde Situation unter den Nazis zu berichten.

1933 flüchtete sie nach Prag, dann nach Paris, arbeitete unter schwierigsten finanziellen und gesundheitlichen Bedingungen weiter als Journalistin.

Im Auftrag der KPD kehrte sie mehrfach mit gefälschten Papieren zurück nach Deutschland, um über die Verhältnisse und die Kriegsvorbereitungen zu berichten. Bis zuletzt hoffte sie auf die Revolution und auf die Gerechtigkeit.

Elisabeth, ein Hitlermädchen, 1937 in einer Pariser Tageszeitung als Fortsetzungsroman veröffentlicht, thematisiert die Wirkung der NS-Propaganda auf die deutsche Jugend.
1940 wurde sie in das Lager Camp de Gurs in den Pyrenäen interniert, konnte aber über Toulouse nach Marseille flüchten.

Aus dem Untergrund sendete sie verzweifelte Bittbriefe an Hilfsorganisationen. Sie wurde im Frühjahr 1941 zuletzt gesehen und gilt als verschollen - vermutlich wurde sie ermordet, deportiert oder verhungerte.

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Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24