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Irmgard Keun

6.2.1905 (Berlin-Charlottenburg) - 5.5.1982 (Köln)
Schriftstellerin und Journalistin

Irmgard Keun stammte aus einer Berliner Kaufmannsfamilie, die 1913 nach Köln übersiedelte. Sie schloss die Handelsschule ab und arbeite als Stenotypistin. 1925-1927 besuchte sie die Schauspielschule in Köln. Da sie als Schauspielerin kaum Erfolg hatte, begann sie 1929 auf Ermutigung Alfred Döblins zu schreiben. Ihr erster Roman Gilgi machte sie 1931 über Nacht berühmt; auch Das kunstseidene Mädchen (1932) war ein Bestseller.

1933 wurden ihre Bücher verboten; ihr Aufnahmeantrag in die Reichsschrifttumskammer wurde 1936 endgültig abgelehnt, was einem Berufsverbot gleikam. Sie ging ins Exil nach Belgien, dann nach Holland. Hier schrieb sie zahlreiche Romane. Nach der gescheiterten Ehe mit einem Regisseur ging sie 1936 eine Liebschaft mit dem ebenfalls exillierten Schriftsteller Joseph Roth ein. 1938 trennte sie sich von ihm: Es war eine ziemlich heillose Beziehung zweier verzweifelter Menschen gewesen, getrübt von alkoholischen Exzessen und der fast krankhaften Eifersucht Roths. Als die deutschen Truppen die Niederlande besetzen, ging sie heimlich nach Deutschland zurück. Dabei kam ihr eine Falschmeldung über ihren angeblichen Selbstmord zu Hilfe. Sie lebte bis zum Kriegsende im Untergrund.

Nach dem Krieg gelang es ihr nicht, an die alten literarischen Erfolge anzuknüpfen. Sie arbeitete als Journalistin, schrieb Texte für den Hörfunk und für das Kabarett.

Sie begann zu trinken und verfiel, bis sie 1966 entmündigt und in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Ab 1972 konnte sie wieder eine eigene Wohnung beziehen. Ende der 70er Jahre durfte sie eine Renaissance der eigenen Texte erleben, die insbesondere von der feministischen Bewegung wieder ins Gedächtnis der Öffentlichkeit gerufen wurden.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24