Joseph Roth
2.9.1894 (Brody bei Lemberg) - 27.5.1939 (Paris)
Österreichischer, jüdischer Schriftsteller und Journalist, Sozialist.
Schon am Tag der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, am 30. Januar 1933, verließ Joseph Roth Deutschland und ging ins Exil nach Frankreich. Im Februar notierte er in einem Brief an seinen Freund Stefan Zweig:
„Inzwischen wird es Ihnen klar sein, daß wir großen Katastrophen zutreiben. Abgesehen von den privaten - unsere literarische und materielle Existenz ist ja vernichtet - führt das Ganze zum neuen Krieg. Ich gebe keinen Heller mehr für unser Leben. Es ist gelungen, die Barbarei regieren zu lassen. Machen Sie sich keine Illusionen. Die Hölle regiert."
Von 1936 bis 1938 lebte Roth in Paris mit Schriftstellerin Irmgard Keun zusammen, deren Bücher 1933 ebenfalls verbrannt worden waren; nicht zuletzt die Verzweiflung über sein Schicksal und die Entwicklungen in Deutschland ließen ihn zum schweren Alkoholiker werden. Mit seinem wenigen Geld half er vielen noch ärmeren Exilanten nach Kräften aus; seine letzte Erzählung Die Legende vom heiligen Trinker ist ein literarisches Abbild jener Jahre.
Der endgültige körperliche Zusammenbruch erfolgte am 23. Mai 1939, nachdem er vom Selbstmord seines Freundes Ernst Toller erfuhr, der im Exil in den USA gelebt hatte. Joseph Roth wurde in ein Armenhospital eingeliefert und starb am 27. Mai an einer doppelseitigen Lungenentzündung, deren dramatischer Verlauf durch den plötzlichen Alkoholentzug begünstigt wurde.
Alle Lemberger Verwandten Joseph Roths fielen der Shoah zum Opfer.
Aktuelles
Zeitzeugen gesucht
Göttinger Bücherverbrennung
Göttingen, Mai 1933
Autoren
VERBRENNUNGSWÜRDIG, SCHÄDLICH, UNERWÜNSCHT
Chronik
Aus der Chronik der Stadt Göttingen, 1932/33
Die Göttinger Bücherverbrennung - Chronologie
Heinz Wolff - Karriere eines Bücherverbrenners
Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB)
Joseph Goebbels Rede bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz (Auszüge)
Autoren
Die beliebtesten Autoren des Jahres 1930
Verbrannte Bücher, verfolgte Schriftsteller
Autorinnen und Autoren der in Göttingen verbrannten Bücher (laut Göttinger Tageblatt vom 11. Mai 1933)
Chronik
Topographie der Bücherverbrennungen: Orte, Tage
Aktuelles
Die Totenmaske von Leonard Nelson
Ausstellung im Alten Rathaus
Öffnungszeiten
Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei
Führungen
Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei
Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr
Veranstalter
Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de
Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de
Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24
Weitere Informationen im Netz
Links & Tipps
- Haus der bayerischen Geschichte: Online-Ausstellung zur Bücherverbrennung
- Dokumente zur Bücherverbrennung im United States Holocaust Memorial Museum (u.a. Film der Goebbels-Rede in Berlin)
- Bibliothek der verbrannten Bücher
- Beiträge und Literaturquiz zum Jahr 1933, zur Bücherverbrennung und zum Exil
- Zusammenstellung von über 200 AutorInnen und Sekundärliteratur zum Thema Bücherverbrennung und Exilliteratur





