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Arthur Holitscher

22.8.1869 (Budapest) - 14.10.1941 (Genf)
Reiseschriftsteller, Essayist, Romancier und Dramatiker

Zweifelhaften Ruhm erfuhr der Sohn aus großbürgerlicher, jüdischer Kaufmannsfamilie durch Thomas Mann, der ihn als Detlev Spinell in seiner Novelle Tristan Anfang des 20. Jahrhunderts erbarmungslos als lächerliche Figur zeichnete. Holitscher litt unter starken Minderwertigkeitskomplexen und fühlte sich ständig einsam. Seit 1890 reüssierte er mit kleineren Erzählungen und lebte seit 1895 als freier Schriftsteller in Paris. Ab 1896 arbeitete er für renommierte Verlage. Nach einer Amerika-Reise entstand sein berühmtestes Buch Amerika Heute und Morgen, mit dem ihm der Durchbruch gelang.

Nach der Bücherverbrennung floh er nach Paris und dann nach Genf. Hier lebte er vergessen und verarmt in einem Quartier der Heilsarmee, wo er mit 72 Jahren starb. Robert Musil hielt seine Grabrede.

Beständig hatte Holitscher die Angst verfolgt, vergeblich gelebt und geschrieben zu haben: „Ihr wißt, was an meiner Lebensarbeit gut, notwendig, des Hinübergehens in die Zukunft wert ist: was aus dieser Arbeit künftige Generationen angeht; was durch sie für das Leben des Menschen unter Menschen geschehen ist. Verhindert, daß meine Bücher verschwinden, daß sie vergessen werden, so, als wären sie nie geschrieben. Manchem unter diesen Büchern droht dies Schicksal durch äußere Umstände. Sorgt dafür, daß unter meinen Büchern jene, die auf schlechtes Papier gedruckt wurden, auf gutem, dauerhaftem, neuem erstehen. Daß vergriffene wieder erscheinen. Sorgt dafür, daß es, was euch, wie die nach euch Kommenden aus meinen Büchern reicher, freier, froher machen kann, nicht vergehe. Daß es nicht vergeblich, in Schmerz und in Liebe vergeblich entstanden sei!"

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24