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Max Herrmann-Neiße (eigentlich Max Herrmann)

23.5.1886 (Neiße) - 8.4.1941 (London)
Schriftsteller, Lyriker, Journalist

Gedichte und Theaterstücke schrieb er schon in seiner Schulzeit. Sein Studium der Literatur- und Kunstgeschichte in München und Breslau brachte er nicht zu Ende, sondern ging 1909 nach Neiße zurück, um hier als freier Schriftsteller zu leben. Seit 1911 publizierte er in den wichtigen Zeitschriften Die Aktion und Pan; rasch wurde er zu einem weithin bekannten Autor.

Vom Kriegsdienst blieb er verschont, da er kleinwüchsig und verwachsen war. Aber der Krieg ruinierte seinen Vater, der 1916 starb. Seine Mutter wurde davon in den Selbstmord getrieben.

Im selben Jahr zog Max Herrmann mit seiner Frau nach Berlin und nannte sich fortan nach seiner Heimatstadt Herrmann-Neiße.

Nachdem schon sein erster größerer Gedichtband Sie und die Stadt ein Erfolg war, wurden auch sein neuer Gedichtband und die drei Theaterstücke begeistert aufgenommen. Um finanziell über die Runden zu kommen, arbeitete er auch noch journalistisch und als Korrektor im S. Fischer-Verlag. In den 20er Jahren begann er vermehrt in Prosa zu schreiben; um 1925 wendete er sich vom Expressionismus der Neuen Sachlichkeit zu. Er war einer der bekanntesten Berliner Literaten, der seine Texte auch auf den Kabarettbühnen vortrug. Viele Künstlerfreunde porträtierten ihn; das eindringlichste Bildnis stammt wohl von George Grosz.

1933 floh er über die Schweiz und die Niederlande nach Frankreich und dann nach England, wo er blieb. Er fühlte sich einsam in dem fremden Land und mit der fremden Sprache. Weiterhin schrieb er Gedichte, hatte jedoch kaum Möglichkeiten zu ihrer Publikation. Er starb mit 55 Jahren an einen Herzinfarkt. Seine Frau Leni, die noch postum Letzte Gedichte veröffentlichte, beging kurz nach Kriegsende Selbstmord.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24