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Georg Hermann (eigentlich Georg Borchardt)

7.10.1871 (Berlin) - 19.11.1943 (Auschwitz)
Jüdischer Romancier, Dramatiker und Essayist

Das Pseudonym Hermann wählte er nach dem Vornamen seines Vaters, dessen hartes, hoffnungsloses Leben und frühen Tod er damit ehren wollte. Er kam aus einer alteingesessenen jüdischen Berliner Familie. Zwei seiner fünf Geschwister brachten es zu einiger Bekanntheit: Der Ägyptologe Ludwig Borchardt entdeckte die berühmte Büste der Nofretete; Heinrich Borchardt war ein erfolgreicher Architekt.
 

Als Schulabbrecher entsprach Georg nicht den Erwartungen seiner bildungsbeflissenen Familie. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete er zunächst beim Statistischen Amt Berlin, studierte aber nebenbei Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte und schrieb Feuilletons.

Politisch vertrat er einen undogmatischen Kommunismus; als Kosmopolit war er ein Gegner des Zionismus.

Bis Anfang der 30er war er ein international bekannter und viel gelesener Autor. Seine Bestseller wie z. B Jettchen Gebert und Henriette Jacoby spielen im 19.

Jahrhundert; sie thematisieren den weltbürgerlichen, aufgeklärten und liberalen Geist assimilierter jüdischer Familien in Berlin.

Angetrieben durch ein starkes historisches Interesse, wollte er Vergangenes vor dem Vergessen bewahren. Schon als Kind hatte er eine regelrechte Sammelwut entwickelt. So ist es eine bittere Ironie des Schicksals, dass er selbst heute so gut wie vergessen ist.

Er führte ein bohemienhartes Leben, heiratete zweimal und lebte von 1931 bis Anfang 1933 mit seiner ersten Frau Martha und der jüngsten Tochter in einer Berliner Künstlerkolonie.

Nach dem Reichstagsbrand ging er mit seiner Familie nach Holland, wo er unter schwierigsten Umständen vier weitere Romane schrieb.

Aus dem provisorischen Ghetto in Amsterdam wurde er 1943 mit einer seiner Töchter und einem Enkel ins Durchgangslager Westerbork gebracht. Am 16. November wurde der 72-jährige, schwer herz- und zuckerkrank, von hier nach Auschwitz deportiert und wenige Tage später ermordet.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24