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Alexander Moritz Frey

29.3.1881 (München) - 24.1.1957 (Zürich)
Schriftsteller und Journalist

Eigentlich wollte er Mediziner werden, studierte dann aber auf Druck der Familie in Heidelberg und Freiburg Jura, ohne einen Abschluss zu machen. Mit dem Schreiben begann er 1907 in München.

1913 wurde er mit der Erzählsammlung Dunkle Gänge bekannt; 1914 landete er mit dem satirisch-grotesken Roman Solnemann der Unsichtbare einen Verkaufserfolg. Auch als Journalist war er erfolgreich.

Seine Erlebnisse als Sanitätsoffizier während des Ersten Weltkriegs machten ihn zum überzeugten Pazifisten.

Eine Kriegsbegebenheit sollte besondere Konsequenzen für sein weiteres Leben haben: Er diente im selben Regiment wie der Meldegänger Adolf Hitler, der dort als sonderlicher Außenseiter galt. Hitler umwarb ihn und suchte seine Freundschaft, da er in ihm einen kunstinteressierten Gleichgesinnten vermutete. Doch Frey fühlte sich von ihm abgestoßen.

Beider gemeinsamer Vorgesetzter, Feldwebel Max Amann, trachtete ebenfalls danach, von Freys Reputation zu profitieren; er strebte eine journalistische Karriere an.

Amann, der später Reichsleiter des NSDAP-Presseamtes und Herausgeber von Mein Kampf wurde, bot Frey direkt nach dem Krieg die Stellung des Chefredakteurs des Völkischen Beobachters an. Frey lehnte strikt ab. Hitler und Amann forderten ihn immer wieder zur Zusammenarbeit auf - bis 1929. Denn dann erschien Freys Antikriegsroman Die Pflasterkästen, der in den Feuilletons mit Remarques Im Westen nichts Neues in einem Atemzug genannt wurde.

1933 drangen Schlägertrupps der Nazis in seine Wohnung ein und verwüsteten sie. Frey selbst konnte sich nach Salzburg absetzen. 1938 floh er weiter in die Schweiz.

Hier erhielt er zunächst Schreibverbot, arbeitete dann für mehrere Zeitungen und Zeitschriften. Er überlebte unter schwierigsten Bedingungen, vor allem durch die Unterstützung Thomas Manns, der ein begeisterter Anhänger seiner sozialpolitischen Satiren im phantastischen Gewand war.

Einer der bedeutendsten Vertreter der phantastischen Literatur im deutschsprachigen Raum starb vergessen und verarmt in Zürich.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24