Kasimir Edschmid (eigentlich Eduard Schmid)
5.10.1890 (Darmstadt) - 31.8.1966 (Vulpera/Engadin)
Romancier, Reiseschriftsteller und Journalist
Sein Studium absolvierte Edschmid in München, Paris, Gießen und Straßburg. Sein erster Novellenband Die sechs Mündungen (1915) gilt als einer der Initiationstexte des literarischen Expressionismus. Fortschritt und Schnelligkeit waren seine Passion, ähnlich den italienischen Futuristen. So schrieb er mit Sport um Gagaly 1928 einen der ersten deutschen Sportromane.
Er war Nationalist, bekennender Faschist und Bewunderer Mussolinis. Außerdem war er Rassist, was nicht nur in seinen theoretischen Abhandlungen, sondern vor allem auch in seinen Reiseberichten und Reportagen zum Ausdruck kommt, die er auf seinen Reisen in viele Mittelmeerländer, nach Afrika und Südamerika verfasst hat. Seine Lebensgefährtin Erna Pinner war eine jüdische Künstlerin; sie illustrierte seine Publikationen und entwarf Kostüme für seine Bühnenarbeiten. 1927 erhielt Edschmid den Büchner-Preis.
Trotz seiner politischen Einstellungen erhielt er wegen des Verdachtes, ein „Zivilisationsliterat" zu sein, Rede-, Rundfunk- und zeitweilig auch Schreibverbot.
Erna Pinner floh 1935 nach England und baute sich dort eine zweite Existenz als Illustratorin naturwissenschaftlicher Bücher auf; Edschmid blieb in Deutschland.
Im Frühjahr 1946 begannen die beiden einen Briefwechsel; Edschmid war mittlerweile mit einer anderen Frau verheiratet und hatte zwei Kinder. Als Erna Pinner ihn auf die Schrecken der Verfolgung und Ermordung der Juden ansprach, antwortete Edschmid: „Wir wollen aber nicht mehr darüber reden ..."
Er wurde ein einflussreicher Literaturfunktionär, war Mitbegründer der Darmstädter Sezession, 1949 Generalsekretär und 1960 Ehrenpräsident des P.E.N.-Zentrums der BRD, außerdem Vizepräsident der Akademie für Sprache und Dichtung.
Nach dem Krieg stilisierte er sich selbst zum „inneren Widerstandskämpfer" (in Das gute Recht, 1946).
Die Nazis hatten ihn nicht wegen seiner Gesinnung, sondern wegen seines avantgardistischen Kunstwillens verboten.
Aktuelles
Zeitzeugen gesucht
Göttinger Bücherverbrennung
Göttingen, Mai 1933
Autoren
VERBRENNUNGSWÜRDIG, SCHÄDLICH, UNERWÜNSCHT
Chronik
Aus der Chronik der Stadt Göttingen, 1932/33
Die Göttinger Bücherverbrennung - Chronologie
Heinz Wolff - Karriere eines Bücherverbrenners
Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB)
Joseph Goebbels Rede bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz (Auszüge)
Autoren
Die beliebtesten Autoren des Jahres 1930
Verbrannte Bücher, verfolgte Schriftsteller
Autorinnen und Autoren der in Göttingen verbrannten Bücher (laut Göttinger Tageblatt vom 11. Mai 1933)
Chronik
Topographie der Bücherverbrennungen: Orte, Tage
Aktuelles
Die Totenmaske von Leonard Nelson
Ausstellung im Alten Rathaus
Öffnungszeiten
Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei
Führungen
Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei
Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr
Veranstalter
Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de
Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de
Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24
Weitere Informationen im Netz
Links & Tipps
- Haus der bayerischen Geschichte: Online-Ausstellung zur Bücherverbrennung
- Dokumente zur Bücherverbrennung im United States Holocaust Memorial Museum (u.a. Film der Goebbels-Rede in Berlin)
- Bibliothek der verbrannten Bücher
- Beiträge und Literaturquiz zum Jahr 1933, zur Bücherverbrennung und zum Exil
- Zusammenstellung von über 200 AutorInnen und Sekundärliteratur zum Thema Bücherverbrennung und Exilliteratur





