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Willi Bredel

2.5.1901 (Hamburg) - 27.10.1964 (Ostberlin)
Schriftsteller, Pionier der sozialistisch-realistischen Literatur

Der Sohn eines Zigarrenmachers absolvierte 1916-1920 eine Lehre als Eisen- und Metalldreher und engagierte sich in Gewerkschaft und Sozialistischer Arbeiterjugend. 1917 trat er in die Kommunistische Partei ein; 1918 gab er die Zeitschrift Freie proletarische Jugend heraus.

Er wanderte ab 1920 zwei Jahre durch Deutschland, Österreich und Italien, bis er 1922 in Venedig verhaftet und ausgewiesen wurde.

1923 wurde er beim Aufstandsversuch der Hamburger KPD festgenommen und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Während der Haft begann er seine schriftstellerische Tätigkeit mit der Studie Marat, der Volksfreund.

Ab 1925 arbeitete er als Seemann, Taxifahrer und Journalist, bis ihn erneute Wanderschaft 1926-27 über Spanien und Portugal bis nach Nordafrika brachte.

Danach arbeitet er als Redakteur bei der Hamburger Volkszeitung. Eine Anklage wegen „Vorbereitung literarischen Hoch- und Landesverrats" brachte ihm 1930 zwei Jahre Festungshaft ein. Nun schrieb er an seinen ersten Romanen.

Auf Einladung des Sowjetischen Schriftstellerverbandes führte ihn 1932 eine Reise durch die Sowjetunion.

1933 wurde er nach der Machtübernahme der Nazis in „Schutzhaft" genommen und verbrachte 13 Monate im Konzentrationslager Fuhlsbüttel. Nach seiner Entlassung 1934 flüchtete er in die Tschechoslowakei und emigrierte in die UDSSR. In Moskau gab er mit Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger die Monatszeitschrift Das Wort heraus.

Sein dokumentarischer Roman Die Prüfung (1935 im Exil beim Malik-Verlag erschienen) wurde in über 20 Sprachen übersetzt und machte ihn international bekannt.

Die Schilderung seiner Haftzeit im Konzentrationslager Fuhlsbüttel beschrieb der internationalen Leserschaft den Widerstand in Deutschland und die Zustände in den KZ.

1937 kämpfte er bei den internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Franco-Truppen. Danach wurde er Frontpropagandist der Sowjets im Nationalkomitee Freies Deutschland.

Im Mai 1945 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde rasch zu einem der einflussreichsten Kulturfunktionäre der DDR; 1962 wurde er zum Präsidenten der Akademie der Künste in Ostberlin gewählt.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24