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Schalom (Sholem) Asch

1.1. 1880 (Kutno/Polen) - 10. 7. 1957 (London)
Jüdischer Schriftsteller und Dramatiker

Der Sohn eines Schankwirtes erhielt eine traditionelle jüdische Erziehung und blieb Zeit seines Lebens in dieser Tradition verwurzelt. Schon als Kind erlebte er die Emigration von Verwandten und Nachbarn in die USA und träumte ebenfalls von einer Zukunft in Amerika.

Er schrieb in jiddischer Sprache, versuchte sich aber früh auch auf Deutsch, was seine Mutter zu unterbinden versuchte: „Ich sah nur zwei Möglichkeiten vor mir: entweder mir das Leben zu nehmen oder in die Welt zu gehen", schrieb er rückblickend. Seine Entscheidung für die Welt ließ ihn weit herumkommen.
Um der Enge seiner Heimatstadt zu entfliehen, ging er nach Warschau und hatte hier frühe Erfolge.

1904 erschien seine erste längere Arbeit A Schtetl (Das Städtchen). Das 1907 in St. Petersburg uraufgeführte Schauspiel Got fun Nekome (Der Gott der Rache) begründete seinen Ruhm. 1908 reiste er zum ersten Mal nach Jerusalem.

Unter seinen Freunden, zu denen z. B. Hermann Kesten, Annette Kolb und Stefan Zweig zählten, galt er als unerschöpflicher Geschichtenerzähler. Besonders die mit viel Witz und Wehmut erzählten alten jüdischen Legenden fesselten seine Zuhörer.

Den Ersten Weltkrieg verbrachte er mit Frau und Sohn in New York; 1920 erhielt die amerikanische Staatsbürgerschaft.

1924 wurde in Warschau die Gesamtausgabe seines Werkes begonnen, die jedoch durch die Zeitumstände in Europa keine Verbreitung und keinen Abschluss fand.
Er kehrte noch einmal kurz nach Polen zurück, emigrierte dann 1930 über Frankreich zurück in die USA. Nach dem Ende des Krieges übersiedelte er mit seiner Familie nach Israel und lebte in Bat Yam bei Tel Aviv.

Asch versuchte Zeit seines Lebens, zu einer Verständigung zwischen Judentum und Christentum beizutragen.

Er war ein viel gelesener Autor, der heute in Deutschland fast vollkommen vergessen ist; viele seiner jiddischen Texte sind auch im internationalen Leihverkehr nicht mehr zu bekommen. Asch ist einer derjenigen Autoren, den die Nationalsozialisten aus dem kulturellen Gedächtnis so gut wie gelöscht haben.

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Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24