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Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB)

war die für die Durchführung der Aktion „Wider den undeutschen Geist" und der Bücherverbrennungen verantwortliche Gliederung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

Die 1926 begründete Organisation, verantwortlich für die ideologische Schulung der Studenten, hatte bereits Mitte 1931 die Führung der gesamten, seit 1919 bestehenden Deutschen Studentenschaft (DSt) übernommen; an fast allen deutschen Hochschulen stellte der NSDStB den Allgemeinen Studentenausschuss (AStA).

Die Göttinger Hochschulgruppe des NSDStB war im Wintersemester 1926/27 gegründet worden und erlangte 1931 die absolute Mehrheit im Selbstverwaltungsparlament der Studentenschaft, der Studentischen Kammer. Im November 1932 ließ Heinz Wolff, der neue Führer der Göttinger Studentenschaft, bereits keinen Zweifel mehr daran, dass die Zeit der Demokratie an der Georgia Augusta nunmehr vorbei war. In der Göttinger Hochschul-Zeitung vom 26./27. November schrieb er:
„In der neuen Verfassung [der Studentenschaft] wird bewußt der Führergedanke, in starker Antithese zum früheren demokratischen Aufbau in den Vordergrund gestellt werden".

Die Mitglieder des NSDStB traten in Universität und Öffentlichkeit zumeist in SA-Uniformen auf. Sie gingen äußerst aggressiv gegen Andersdenkende und jüdische Mitbürger vor (auch bei den brutalen anti-jüdischen Ausschreitungen, die am 1. April 1933 in Göttingen stattfanden). In den Publikationen des NSDStB, zum Beispiel der Göttinger Hochschul-Zeitung, wurden unverhohlene Drohungen gegen solche Studenten ausgesprochen, die gegen ihn opponierten. Der NSDStB arbeitete sehr eng mit der Gestapo, allen Organen der Polizei und auch der nationalsozialistischen Führung der Universität zusammen; er war intensiv an allen Repressionen gegenüber jüdischen und oppositionellen Hochschulangehörigen beteiligt.

Der NSDStB sorgte dafür, dass seine Akten und Korrespondenzen wahrscheinlich wohl schon vor Kriegsende 1945 vollständig vernichtet wurden, um alle Spuren zu verwischen. In den Archiven finden sich nur noch sehr wenige Dokumente seines unseligen Wirkens an unserer Universität.

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Ausstellung im Alten Rathaus

Öffnungszeiten

Di bis So | 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Führungen

Jeweils dienstags und donnerstags | 17 Uhr | für Gruppen auch nach Vereinbarung und telefonischer Voranmeldung: 0551/400-2485 | Eintritt frei

Aufgrund der großen Resonanz werden zusätzliche öffentliche Führungen (Eintritt frei) durch die Ausstellung angeboten:
24. Mai | ab 12.00 Uhr
31. Mai | ab 10.00 Uhr

Veranstalter

Stadt Göttingen | Fachbereich Kultur
Tel: (0551) 400 2486 | kultur@goettingen.de
www.goettingen.de

Georg-August-Universität Göttingen
www.uni-goettingen.de

Jüdische Gemeinde Göttingen e.V.
www.liberale-juden.de/cms/index.php?id=24